Der Ausgangspunkt liegt am Taunus-Informationszentrum in Oberursel direkt zu Füßen des Großen Feldbergs, des mit 881 Metern höchsten Gipfels des gesamten Rheinischen Schiefergebirges. Von dort aus führt der Schinderhannespfad entlang spannender historischer Stätten aus der Römer- und Keltenzeit, vorbei am vollständig rekonstruierten Römerkastell Saalburg, am UNESCO-Welterbe Limes und an den Ringwällen auf dem 486 Meter hohen Hausberg, durch die großen zusammenhängenden Wälder des Hoch- und Hintertaunus nach Wetzlar, wo die dritte Etappe direkt im Schatten des prächtigen Doms ihr Ende findet. Über die charmanten Fachwerkstädte Braunfels und Weilburg geht es anschließend in das wildromantische Tal der Lahn, dessen idyllischem Lauf der Schinderhannespfad eine Weile folgt, bis er dem Fluss in Aumenau den Rücken kehrt und über den hügeligen Hintertaunus in das verschlafene Dörfchen Weilrod führt. Nun werden die Hügel langsam wieder höher und vor allem die Aussichtstürme auf dem 663 Meter hohen Pferdskopf und dem Atzelberg erlauben weite Ausblicke auf die grünen Taunusberge und die markante Skyline der Mainmetropole Frankfurt.
Aber nicht nur landschaftlich hat der westliche Abschnitt einiges zu bieten, ist er doch vom Deutschen Wanderinstitut als Qualitätswanderweg besonders prämiert. Weitwandernde dürfen sich also über ein sehr abwechslungsreiches Teilstück mit geringem Forststraßenanteil freuen. Die letzte Etappe führt dann durch die schmucken Städtchen des Vordertaunus und dazwischenliegende Streuobstwiesen zurück zum Taunus-Informationszentrum. Dass der Schinderhannespfad als Rundweg konzipiert wurde, ist dabei äußerst praktisch, denn so entgeht man dem häufigen Problem, vom Zielort irgendwie wieder zurück an den Ausgangspunkt kommen zu müssen.
In seiner Gesamtheit gehört der Schinderhannespfad sicherlich zu den schönsten und abwechslungsreichsten Fernwanderwegen Deutschlands. Hier gibt es alles, was das Wanderherz höherschlagen lässt: idyllische Pfade, grüne Mischwälder, historische Stätten, charmante Orte und prächtige Aussichtspunkte. Dass man auf dem Schinderhannespfad noch immer meist alleine wandern kann, lässt sich eigentlich nur mit bisher fehlendem Marketing erklären. Doch erst einmal sind die Ruhe und die Abgeschiedenheit nur weitere Pluspunkte auf der umfangreichen Liste an Dingen, die dafürsprechen, die Wanderschuhe zu schnüren und sich in den Taunus aufzumachen.