Mit dem Fernbus geht es von Salzburg über Österreich und Ungarn nach Skopje, anschließend mit dem Zug weiter zum Dorf Oreshani – dem Ausgangspunkt einer viertägigen Packraft-Tour auf dem Vardar. Zunächst führt die Fahrt noch durch die teils vermüllten Uferlandschaften vor den Toren der Hauptstadt, doch bald verschwindet die Zivilisation: Der Fluss schlängelt sich durch die wilde Taor-Schlucht am Fuß des Jakupica-Gebirges, zahlreiche kleine Wildwasserpassagen sorgen für Abwechslung, bevor mit dem Tunnel-Katarakt die Schlüsselstelle der Tour wartet. In Veles endet die unbeschwerte Fahrt: Ein scharfkantiger Gegenstand im Flussbett reißt eines unserer Packrafts auf. Mit Panzertape notdürftig repariert, hält das Boot noch bis zum vorzeitigen Ausstieg bei Nogaevtsi. Es folgt eine mehrstündig verspätete Nachtzugfahrt zurück nach Skopje. Die letzten Tage gehören der Hauptstadt: der Festung Kale mit ihrem Blick über die Stadt, dem Alten Basar im muslimischen Viertel – und den monumentalen, teils absurden Statuen des umstrittenen Projekts „Skopje 2014“, mit dem sich die Stadt eine neue historische Identität geben wollte.
Tourenreportage
Wilder Vardar – Eine Packraftreise auf Nordmazedoniens Lebensader
Nordmazedonien · Sommer
Reserviert · kajak-Magazin, 2026
Vier Tage mit dem Packraft durch die wilde Taor-Schlucht, dem Herzstück des größten Flusses Nordmazedoniens – danach zwei Tage Skopje: zwischen verwinkelten Basar-Gassen und den monumentalen Hinterlassenschaften einer gescheiterten Neobarock-Vision.