Elf Tage auf dem Western Way, der von Galway durch die Countys Galway und Mayo bis nach Ballina führt – zur spätherbstlichen Jahreszeit, wenn Irlands Sümpfe und Hochmoore in kräftigen Rot- und Orangetönen leuchten. Nach einem trockenen Auftakt am Lough Corrib und durch den sumpfigen Lackavrea Forest zeigt sich bereits auf der dritten Etappe das raue Gesicht des irischen Novembers: Ein ausgewachsener Sturm mit horizontalem Regen lässt den Erriff River über die Ufer treten, sodass der Wanderweg streckenweise selbst zum Fluss wird. Über die Hafenstadt Westport am Fuß des Pilgerbergs Croagh Patrick führt die Route weiter durch die ausgedehnten Waldgebiete Letterkeen und Sheskin, zu denen auch Irlands einzige ausgewiesene Wildniszone gehört. Trotz des fast täglichen Regens bleibt vor allem die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Menschen in Erinnerung, die dem einsamen Wanderer unterwegs immer wieder Zeltplatz-Tipps und freundliche Worte mit auf den Weg geben. Vorbei an den Klosterruinen von Moyne und dem Rundturm von Killala erreicht der Western Way schließlich Ballina – das Ende einer Wanderung, die den irischen Herbst in all seinen Facetten zeigt: rau, einsam und überraschend herzlich.
Tourenreportage
Im Sturm erobert – Auf dem Western Way durch Irlands wilden Westen
Irland · Herbst
Frei anbietbar
Hinweis für die Redaktion
→ Dazu erschienen: Wanderführer Western Way, Conrad-Stein-Verlag, 2023. Ein Artikel über den Western Way ist bereits 2023 in gekürzter Form im Wandermagazin erschienen. Für eine erneute Veröffentlichung ist eine ausführlichere oder thematisch neu ausgerichtete Fassung möglich.
📷 Nur Landschaftsfotos, keine Personenaufnahmen
Elf Tage und über 200 Kilometer von Galway bis Ballina, durch sumpfige Hochflächen in herbstlichem Rot-Orange und bei praktisch täglichem Regen – der Western Way als Charakterprobe für alle, die Irland abseits der Postkartenmotive suchen.