Karl-Bierdimpfl-Gedächtnisführe. Allein der Name hat etwas. Leider steckt hinter einer Gedächtnisführe nur selten eine erfreuliche Geschichte. So auch bei Karl Bierdimpfl, der 1967 im Alter von gerade einmal 34 Jahren nach schwerer Krankheit verstarb.
In den Jahren zuvor gehörte er zu den besten Bergsteigern im Traunsteiner und Berchtesgadener Land. Noch 1966, nur ein Jahr vor seinem Tod, gelang ihm mit dem wunderschönen Scharnsteinpfeiler ein erster Durchstieg durch die so glatt und steil erscheinende Wartsteinwand unterhalb des Schrecksattels.
Die Karl-Bierdimpfl-Gedächtnisführe führt etwas weiter links und deutlich schwerer durch die imposante Wand. Zu den meisten Standplätzen und in der 7+-Platte haben es zwar einige Bohrhaken geschafft, doch selbst diese stecken in respektablen Abständen, wenn man die Passage technisch (A1) klettern möchte. Insgesamt hat sich die Route ein sehr alpines Flair bewahrt.
Charakter
Anspruchsvolle alpine Kletterei durch die imposante Wartsteinwand. Trotz der Sanierung ist der ursprüngliche Charakter der Route weitgehend erhalten geblieben.
Absicherung
Die Standplätze sind gebohrt. Zudem finden sich einige Zwischenhaken sowie Bohrhaken an der A1-Stelle. Dazwischen stecken zahlreiche ältere Normalhaken. Zusätzliche mobile Absicherung ist gut möglich.
Zustieg
Von Oberjettenberg auf dem Schrecksattelsteig bis zum Brünnerl. Dort links auf Steigspuren zu einer Wandstufe mit Fixseil abzweigen. Diese emporsteigen (II), anschließend über Schrofen (I–II) bis zum Wandfuß (1½–2 Std.).
Abstieg
Durch Latschen zum höchsten Punkt und weiter zur Sumpfwiese kämpfen. Von dort auf Wegspuren zum Schrecksattel und weiter zum Brünnerl absteigen. Anschließend über den bekannten Aufstiegsweg zurück zum Parkplatz (2 Std.).