Bis zur Jagdhütte kommen wir gut voran, dann wird der Schnee sehr tief und das Spuren äußerst anstrengend, sodass wir uns dazu entscheiden, durch eine Rinne direkt zum Einstieg zu stapfen, anstatt den Umweg über den Hochgscheidsattel zu nehmen. Kurz vor dem eigentlichen Einstieg wird das Gelände deutlich steiler, und der Schnee ist so hart gefroren, dass ich auf Steigeisen wechsle und den Pickel aus dem Rucksack hole. Sepp stapft natürlich noch ohne Steigeisen weiter. Anfangs geht es eine kombinierte Rampe empor, es folgen zwei sehr ausgesetzte Ecken, dann erreichen wir die große Höhle in der Wandmitte. Ein neues Wandbuch habe ich umsonst mitgenommen – es liegt dann doch so viel Schnee, dass ich die Kassette nicht finde. Gleich nach der Höhle folgt die Schlüsselstelle: eine steile Stufe, die bald wieder in eine flachere Rampe übergeht.
Wir klettern etwas weiter links als im Sommer, spreizen kurz eine kaminartige Rinne höher und erreichen dann die Schneerampe, die in angenehmer Steigung nach oben in ein kleines Kar zieht. Es folgt eine ausgesetzte Querung, die wir kurz sichern, dann erreichen wir ein weiteres Kar und die Ausstiegsrinne, über die wir in toller kombinierter Kletterei den Verbindungsgrat zwischen Häusl- und Wagendrischelhorn erreichen. Die anstrengende Stapfarbeit zum Gipfel lässt sich leider nicht umgehen, dann haben wir es aber geschafft und können das tolle Panorama über die Reiteralm und die Loferer Steinberge genießen. Zurück geht es über die steile Mayrbergscharte, die wie die vereiste Forststraße noch einmal volle Konzentration fordert.