Besonders auffällig ist die markante Plankensteinnadel auf der Südseite. Wer jedoch von Norden aufsteigt, blickt zunächst auf die imposante, rund 250 Meter hohe Nordwand. Vier Erhebungen gliedern diese Wand: Rechts erhebt sich der Hauptgipfel, links davon die drei etwas niedrigeren Ostgrattürme. Der Ostgrat des Plankensteins zählt seit jeher zu den beliebtesten Routen an diesem markanten Berg. Bereits 1897 eröffneten Ludwig Distel und Ernst Enzensperger eine erste Linie von Osten. Diese führte allerdings noch überwiegend durch die Nordseite des Grats entlang einer Rinne. Später wurde auch der direkte Grataufschwung erschlossen – wirklich populär wurde jedoch nur der kurze Ostgrat zum Hauptgipfel.
Aber lohnt es sich, für gerade einmal vier Seillängen das gesamte Kletterzeug mitzuführen? Wenn schon, dann doch bitte den ganzen Grat! Im Alpenvereinsführer heißt es dazu eher beiläufig: „Der gesamte Grat über die drei O-Grattürme kann auch direkt überklettert werden.“
Der Einstieg ist rasch gefunden. Anfangs hält man sich etwas nördlich des Grats, da der unterste Aufschwung überhängend und das Gelände darüber stark mit Latschen bewachsen ist. Nach etwa zwei Seillängen quert man unterhalb des ersten Ostgratturms nach links zurück zum Grat – und von hier an steht einer schönen Gratüberschreitung nichts mehr im Weg. Der zweite und dritte Turm lassen sich direkt überklettern und bieten abwechslungsreiche Kletterei bei schöner Linienführung. Gemeinsam mit der anschließenden Direkten Ostgrat (IV+) zum Hauptgipfel kommt man, sofern man durchgehend sichert, auf beachtliche 18 Seillängen. Damit zählt die Gesamtroute gemeinsam mit der Rampe/Rippe an der Benediktenwand zu den längsten klassischen Klettertouren der Bayerischen Voralpen.
Da sich der Latschenkontakt sehr in Grenzen hält, der Fels meist schön fest und griffig ist und die luftige Gratkletterei einen hohen landschaftlichen Reiz besitzt, kann die tagesfüllende Tour erfahrenen Alpinkletterern sehr empfohlen werden.