Ideal für heiße Tage: die Kleine-Hexen-Nordwand-Trilogie. Bei stabilen Hochdrucklagen und sommerlicher Hitze bieten die schattigen Nordwände der Schlafenden Hexe eine lohnende Möglichkeit für alpine Touren ohne allzu langen Zustieg.
Hierbei klettert man auf möglichst direktem Wege durch alle drei Nordwände der Schlafenden Hexe. Den geneigten Kletterer erwarten ungefähr 400 Klettermeter, die das ganze Spektrum des alpinen Baukastens zu bieten haben: von fast senkrechtem Gras und ungemein brüchigen Schrofen bis hin zu wunderbar festem und griffigem Fels im unteren VII. Schwierigkeitsgrad. Dazu drei schöne, luftige Gipfel mit tollen Ausblicken über Bad Reichenhall, Salzburg und die Berchtesgadener Alpen. Da lediglich die Direkte Nordwand am Signalkopf und die sich als Abstiegsweg anbietende Berchtesgadener Rinne sanft saniert sind, sollte man auch beim Anblick von alten, rostigen Schlaghaken nicht gleich Schnappatmung bekommen, sondern vielmehr eine Expreßschlinge einhängen und anschließend frohen Mutes weiterklettern, bis sich irgendwann einmal ein solider Klemmkeil setzen lässt oder der nächste rostige Normalhaken wartet.
Meine Zeiten vom vergangenen Montag, alles solo (10 Seillängen gesichert) und inkl. Pausen:
10:30 Großer Rotofenturm – Nordostkamin
14:00 Signalkopf – Direkte Nordwand
15:30 Kleiner Rotofenturm – Reichenhaller Rinne + Direkte Nordkante
Charakter
Schönes alpines Enchaînement durch die drei Nordwände der Schlafenden Hexe, das sich aufgrund der schattigen Ausrichtung vor allem für heiße Tage anbietet.
Absicherung
Meist alpine Absicherung an NH. Der Stand in der Reichenhaller Rinne sowie in der Direkten Nordwand am Signalkopf sind saniert.
Zustieg
Vom Parkplatz am Hintersberg 500 Meter der Forststraße folgen und dann nach rechts auf einen angenehm ansteigenden, ausgeschilderten Wanderweg abbiegen, dem man bis zum Rotofensattel (1.290 m) folgt. Wendet man sich am Rotofensattel nach links, erreicht man nach wenigen Metern den Einstieg zur Westflanke. Man quert nun unterhalb der Felsen nach links, bis man an einem Baum unterhalb einer breiten Gras- und Schrofenrinne Stand machen kann (1½ Std.).
Abstieg
Vom Gipfel des Kleinen Rotofenturms seilt man am besten über die Reichenhaller Rinne bis zum Wandfuß ab. Über den bekannten Aufstiegsweg geht es anschließend zurück zum Parkplatz (1½ Std.).