Sebastian Steude
Klettertour: Gr. Grundübelhorn - Grundübelkante von Sebastian Steude

15.10.2019 · Berchtesgadener Alpen

Gr. Grundübelhorn - Grundübelkante

Schwierigkeit

V

Ernsthaftigkeit

E3

Länge

590m

Zeit

5-7 Std.

Exposition

Südwest

Erstbegeher

H. Feichtner, W. Langthaler, 1913

Die Grundübelkante ist gemeinsam mit der Direkten Westwand am Kleinen Watzmann und dem Großen Trichter in der Göll-Westwand einer der großen Klassiker im mittleren Schwierigkeitsbereich der Berchtesgadener Alpen.

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Inzwischen sind die Stände mit soliden Bühlerhaken ausgestattet, und dennoch ist man heutzutage selbst an schönen Herbstwochenenden meist alleine in der Route unterwegs – im Gegensatz zu den 80er- und 90er-Jahren. Die Geschmäcker haben sich seitdem doch gehörig geändert, und viele Kletterer fahren im Herbst lieber nach Arco, um in den gut gesicherten Genussrouten am Colodri Schlange zu stehen. Nach zwei Stunden Zustieg stehe ich mit Josef am Einstieg der beeindruckenden Kante.

Seillänge für Seillänge klettern wir über wunderbaren Fels nach oben. Die Schwierigkeiten sind homogen, pro Seillänge stecken meist ein oder zwei Normalhaken, die sich bei Bedarf aber perfekt durch Friends ergänzen lassen. Vor allem die Risse im oberen Teil des ersten Pfeilerabsatzes bieten wunderschöne Kletterei. Schließlich erreichen wir das Ende der Route, aber noch lange nicht das Ende der Tour. Es folgt zunächst eine lange Kletterei im II. und III. Grad bis zum eigentlichen Gipfel des Großen Grundübelhorns, eine kurze Gipfelpause mit einem Apfel und anschließend der lange Abstieg über die Barthrinne (III–) und den Totensteig zurück nach Hintersee. Alles in allem ein großartiges alpines Unternehmen, für das man durchaus 12–14 Stunden einplanen darf.

Charakter

Einer der großen Alpinklassiker im Berchtesgadener Land! Wird nicht mehr so häufig wie früher geklettert, hat aber nichts von seinem Reiz verloren.

Absicherung

Die Stände sind eingerichtet, und an den schweren Stellen stecken Normalhaken. Zusätzliche Absicherung mit Friends und Klemmkeilen ist nötig.

Zustieg

Vom Parkplatz Hintersee auf der Straße 5 Minuten in Richtung Hirschbichlpass gehen, bis rechts der Weg zur Halsalm abzweigt. Dem Weg folgt man etwa eine halbe Stunde aufwärts, bis links ein deutlicher, aber unmarkierter Weg abzweigt (nach einer Linkskurve – knapp 10 Minuten vor der Abzweigung des Böslsteigs, ca. 1050 m). Dem Pfad folgt man nun links aufwärts bis zum Sattel westlich des Teufelskopfs. Hier wird der Steig undeutlicher und führt rechts über den mit Latschen bewachsenen Rücken hinauf an die Ostflanke des Knittelhorns. Nun geht es leicht aufwärts durch die Latschen zum ersten Graben und in der Folge über mehrere Gräben querend bis unter die Südkante des Grundübelhorns (2–2½ Std.).

Abstieg

Vom Gipfel steigt man nach Nordosten in die Scharte vor dem Kleinen Grundübelhorn ab. Hier klettert man am besten erst links über die grasigen Rippen ab und quert erst so spät wie möglich in die steinschlaggefährdete Geröllrinne. Bei einem Abbruch hält man sich rechts und erreicht die erste von zwei Abseilstellen. Nun entweder abseilen oder über Schrofen und Platten gerade abklettern (II–III–), bis man das Wagendrischelkar erreicht. Im Kar folgt man den Steinmännern in Richtung Nordosten. An der Latschenzone enden die Steinmänner, und man erreicht an einer Lärche ein Drahtseil, dem man nun durch Latschengassen und über morsche Holzleitern steil bergab folgt. Anschließend klettert man über schrofige Platten weiter zu einer Grasrinne ab (I), über die man wieder den Böslsteig erreicht (4 Std.).

Bilder